Die portugiesische Fado-Ikone Mísia hat den traditionellen Sehnsuchtsgesang aus den Armeleutevierteln Lissabons von Grund auf erneuert. Der klassischen Gitarre stellte die berühmte Fadista noch Geigen, Akkordeon und Klavier zur Seite und zog damit den Zorn sämtlicher Fado-Traditionalisten auf sich. In ihrem neuen Programm, welches sie im Tipi am Kanzleramt uraufführt, wendet sie sich wieder dem traditionellen Fado zu und verleiht ihm dennoch eine ganz neue Note: Sämtliche Texte ihres neuesten Werkes Senhora da noite (Die Dame der Nacht) wurden von Frauen geschrieben, Lyrikerinnen, Schriftstellerinnen, Sängerinnen und ‚Fadistas', wie im Falle von Amßlia Rodrigues, Amélia Muge oder Mísia selbst. Mísia schafft damit ein ganz neues poetisches Fado-Universum und befreit die Frau aus ihrer angestammten Rolle als Muse.
MÍSIA
BERLIN ZEITUNG - Germany (2011)





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