2003. Canto




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Canto (2003)

Albumvorstellung

"Eine Arbeit auf der Grundlage der Musik von Carlos Paredes war schon immer Bestandteil meiner Galerie der Unmöglichkeiten. Dort horte ich Schallplatten, die von den Bildern Marc Rothkos geboren wurden, Schallplatten, die Komplizen der bildhauerischen Verbrechen der Louise Bourgeois sind, Schallplatten, die aus den Fotos der Francesca Woodman flohen oder wegen Peter Handke unterdrückt wurden. Nicht zu vergessen Arsenii Tarkovskii und andere unsingbare Schriftsteller - oder sind sie vielleicht doch nicht so unsingbar?....

Vernünftiger wäre es, meine wunderbare und neurotische Beziehung zum Fado weiter zu pflegen. Jenseits jeglicher Vernunft und besessen von Furien und Zärtlichkeit habe ich schließlich diese Platte in sieben Monaten aufgenommen. Auf der einen Seite stand die Genialität des Werks von Paredes, auf der anderen die Widerspenstigkeit des Materials und die Verantwortung für es.

Es war wichtig, den "Meinungen" der Platte aufmerksam zuzuhören. Das Repertoire auszuwählen und dabei einer Gesangslinie zu folgen, die nur ich instinktiv in mir selbst hören konnte. Menschen zu finden, die über die notwendige Meisterschaft und Sensibilität verfügen, um in die Musik Verse von unvorhersehbarer Metrik einzufügen. Einen Arrangeur und musikalischen Produzenten zu suchen, der den gleichzeitig populären und gelehrten Charakter, die portugiesische Seite und die universelle Dimension dieses Werkes verstehen kann, ohne seine Authentizität und seine Gegenwärtigkeit zu verletzen. Meine Fado Gitarristen aus Lissabon herauszufordern, eine musikalische Sprache zu spielen, die nicht die ihre ist. Zu singen, ohne die Stücke wie "Zwangsfados" zu karikieren, und ohne die "Seele des Fado", die für immer in meiner Stimme verankert ist, zu verleugnen.Wenn der Fado eine "Art, zu fühlen" ist, ein "Geisteszustand", dann ist diese zweifelsohne eine Fadoplatte, auch wenn die darauf enthaltene Musik kein Fado ist.

Ich wußte immer, dass aus dem Zusammentreffen aller dieser kreativen Besonderheiten ein neuer "Corpus" entstehen würde. Niemals wollte ich mich einer faden Kopie einer Ästhetik nähren, die einzig und allein Paredes gehört und die nur er und absolut niemand anders meistern kann - dieses Geheimnis ist für immer seines

"Canto" ist ein Geschenk ...

Und erst heute, nach fast fünfundzwanzig Jahren des Umherziehens und des Lebens auf und hinter den Bühnen bin ich bereit, in Frieden und ohne Angst zu geben.

Ich danke allen, die mir geholfen haben, diese Platte zu machen. Besonders verpflichtet fühle ich mich Vasco Graça Moura, dem Autor der meisten Texte. Dafür, dass er zum ersten Mal für eine bestimmte Stimme geschrieben hat, sein Talent und sein poetisches Wissen zur Verfügung gestellt hat, für sein außergewöhnliches Verständnis der metrischen Notwendigkeiten, die eine solches Werk impliziert. Dafür, dass er den Intentionen Paredes elegant die Treue hielt, hier die Vergangenheit eines Musikstückes respektierte (António Marinheiro - Presságio de Alfama), dort in seine Gedichte Referenzen an die ursprünglichen Titel aufnahm (Cançao para Titi - Tia minha gentil). Und endlich, dafür, dass er mit solch herzzerreisender Schönheit geschrieben hat, die mich beim Singen seiner Worte hat wachsen lassen, wachsen lassen aus einer Tiefe in mir, von deren Existenz ich nichts wußte. Ich danke Sérgio Godinho (Autor meines ersten, vor dreizehn Jahren für mich geschriebenen Fados,), für die unübertreffliche Sorgfalt und Qualität seines Textes für "Raiz" und für die Freundschaft, die ihn dazu motivierte. Danke, Sérgio! Und einen Klassiker wie "Verdes Anos" von Pedro Tamen singen zu dürfen ist an sich schon Grund genug, seinem Autor dankbar zu sein. Vielen Dank auch an Henri Agnel, einen Künstler, der auf arabische Musik und Musik der Renaissance spezialisiert ist, Paredes auf seinen Tourneen durch Frankreich begleitete und sein Werk seit über dreissig Jahren kennt, für den Reichtum und die Emotionalität seiner musikalischen Arrangements. Wir hören den Rhythmus des orientalischen Tanzes "baladi" aus dem Süden Ägyptens (Nubien) in "Cançao para Titi"; den persischen Rhythmus "der Mutter" oder "des Herzschlags" am Anfang von Raiz, der dann übergeht in einen Tanz aus der Rennaissance. Aus einer mittelalterlichen Stimmung entspringt der cistre, eine Art Laute des elisabethanischen Hofs ( nach manchen Quellen der Vorfahre der portugiesischen Gitarre) in der Improvisation von Ah Nao II. Und wir hören die kunstvollen Klänge des Solistenquintetts der Camarata de la Bourgogne im perfekten Zusammenspiel mit unserer portugiesischen Gitarre und der Fado Gitarre aus Lissabon.

Dieser mein Gesang ("Canto") ist für Carlos Paredes, und in ihm steckt das Beste, was ich gefunden habe, um es ihm zu schenken. Ich werde nie erfahren, ob "dem Musiker" diese Platte gefallen hätte, aber ich möchte glauben, dass sein großzügiges Herz eines Tages die Liebe und die Verehrung spüren wird, mit der dieses Werk erdacht, gefühlt und gemacht wurde."

Mísia

Außerdem

Télérama FFF, Frankreich & Preis der deutschen Schallplattenkritik, Deutschland.

Tracklisting

Dauer: 47'03

01. Presságios De Alfama (4'32)
02. Sem Saber (3'20)
03. Lamento Das Rosas Bravas (3'30)
04. Tia Minha Gentil (4'24)
05. Ah Não (3'21)
06. Canção De Alcipe (3'09)
07. Nenhum Sonho Se Entrega A Chegada (3'36)
08. Horas De Breu (3'52)
09. Valsa Das Sombras (4'09)
10. Verdes Anos (3'55)
11. Tim Tim Por Tim Tim (2'56)
12. Ah Não II (3'30)
13. Balada De Coimbra (3'15)

Hörbeispiele

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Fotos

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© CB Aragão