Mísia malt Tränen in allen Sprachen.*


Mísia wurde in Porto geboren und gehört zur dritten Generation einer Künstlerfamilie. Ihre Mutter war Tänzerin und ihre Großmutter Music-Hall- und Burlesque-Künstlerin. Beide stammten aus Barcelona. Mísia lebte bis zum Ende ihres Jugendalters in ihrer Heimatstadt und sang hin und wieder als Amateurin in Fado-Häusern. Im Alter von 20 Jahren zog sie aus familiären Gründen nach Barcelona.

Im Jahr 1991 nach verschiedenen Anstellungen unter anderem im Bereich Gesang, Tanz, Music-Hall und Fernsehen beschloss sie nach Portugal zurückzukehren, um in Lissabon ihr eigenes Repertoire in der Welt des Fado aufzubauen. Nobelpreisträger José Saramago schrieb für sie. Der französische Regisseur Patrice Leconte hat ein Video (Duas Luas 2001), für sie gemacht. John Turturro wählte sie für seinen Film "Passione" (2010) aus. William Christie nahm sie ins Programm der La Cité de la Musique in Paris auf (2004). Mit den Jahren baute sie eine internationale Karriere auf und fühlte sich auf den renommiertesten Bühnen wie zum Beispiel: der Berliner Philharmonie, beim Festival d'Avignon, dem Nationaltheater São Carlos in Lissabon, dem Théâtre du Châtelet in Paris, in der Town Hall in New York, im Cocoon-Theater in Tokio und vielen anderen zu Hause. Ihre Arbeit ist in der Weltpresse erwähnt: unter anderem in Billboard, New York Times, Libération und in Die Zeit. Mísia ist die aktuelle portugiesische Sängerin, die den Kult der zeitlosen und universellen Gefühle in ihre Muttersprache und auch in vielen anderen Sprachen zelebriert.

Ihre Karriere begann im Jahr 1991. Es war keine günstige Zeit für den Fado. Zu der Zeit war Fado noch kein immaterielles Kulturerbe der Menschheit (2011), er war nur mit der großen Amalia Rodrigues verbunden, die die Tür für den Fado öffnete. Niemand sprach zu der Zeit von Worldmusic. Es gab kein Publikum für ihre sehr persönliche und zeitgenössische Kunst. Mit der Zeit hat Mísia ihren eigenen Weg in der Welt des Fado kreiert, der mit wenigen Ausnahmen, nicht das kulturelle und kommerzielle Prestige genoss, wie das heutzutage der Fall ist. Mísia ist ein Pionier, ein Freigeist, und deshalb nennen manche sie "die Anarchistin des Fado".

Sie vergaß nie den Platz, den der traditionelle Fado in ihrer Kindheit in Porto einnahm. Nach ihrer Rückkehr aus Spanien und zu Beginn ihrer Karriere beschloss sie, sich nicht von den Songs großer Künstler, die sie bewunderte, inspirieren zu lassen. Sie wollte ihr eigenes Repertoire erstellen. So begann, was Manuel Halperne den Neuen Fado nennt.

... "Die Zeit einzurahmen ist immer schwierig. Aber wenn wir ein Datum für den Beginn des Neuen Fado auswählen müssten, dann wäre es der März 1991, als Mísia ihr erstes Album veröffentlichte. Was auch immer davor war, war eine Art Vorgeschichte." Manuel Halperne in O Futuro da Saudade (D.Quixote, 2004).

Mísia kontaktiert persönlich Dichter, Komponisten, Sänger, Schriftsteller, Fotografen, Designer und portugiesische Stylisten und spricht mit ihnen über eine neue Vision des Fado. Agustina Bessa Luis schrieb für sie das einzige Gedicht, welches man von dieser Autorin kennt. José Saramago, José Luis Peixoto, Lidia Jorge, Vasco Graça Moura, Mário Cláudio, Paulo Jose Miranda, Helia Correia, Manuela de Freitas, Jorge Palma, Vitorino, Sérgio Godinho schrieben alle speziell für sie. Sie endeckt ihren eigenen Sound mit einem traditionellen Gitarrentrio und manchmal auch durch das Hinzufügen von Instrumente, die zum Universum ihrer Kindheit in Porto gehörten, wie zum Beispiel Akkordeon und Geige. Mit diesem "zeitgenössischen" Fado erzielte sie ihre ersten Erfolge in Spanien, Japan, Deutschland und Portugal. In Portugal wurde sie mit der Verdienstmedaille (2005) und dem Preis Amalia Rodrigues in der Kategorie der internationalen Veröffentlichungen ausgezeichnet (2011).

In Frankreich erhielt sie die Vermeil-Medaille, die höchste Auszeichnung der Stadt Paris und ist Offizier des Ordens für Kunst und Literatur der Französischen Republik (Officier de l'Ordre des Arts et des Lettres de la République Française (2011)). Die chilenische Filmemacherin Carmen Castillo machte beim deutsch-französischen Sender ARTE zwei Filme über Mísia. Die Konzeptkünstlerin Sophie Calle lud sie ein, bei ihrem Projekt " Prenez soin de vous " teilzunehmen, das im französischen Pavillon auf der Biennale in Venedig präsentiert wurde (2007).

DISKOGRAPHIE

Mísia (1991)

Mísia Fado 1993)

Tanto Menos Tanto Mais (1995)

Garras dos Sentidos (1998)

Paixôes Diagonais (1999)

Ritual (2001)

Canto (2003)

Drama Box (2005)

Ruas (2009)

Senhora da Noite (2011)

Delikatessen Café Concerto (2013)

Für ihr Album "Tanto Menos Tanto Mais" (1995) erhielt Mísia den Grand Prix de l'Académie Charles Cros in Frankreich. Ein Preis, der bis dahin nur an Amalia Rodrigues für das Album "Com que Voz" vergeben wurde. Vom Album "Garras dos Sentidos" wurden mehr als 250.000 Exemplare verkauft und es wurde in 62 Ländern vertrieben. "Paixôes Diagonais" beinhaltet eine Zusammenarbeit mit der Pianistin Maria João Pires. "Canto" wird durch die Musik von Carlos Paredes und die Gedichte von Vasco Graça Moura, Pedro Tamen und Sérgio Godinho inspiriert. Dieses Album gewann den Preis der Diskografie Kritik in Deutschland. In "Drama Box" kollaborieren: Fanny Ardant, Ute Lemper, Carmen Maura, Miranda Richardson und Maria de Medeiros. In dem Doppel-Album "Ruas" (2009) singt Mísia ausser Fado (Lisboarium) Lieder und Interpreten aus anderen Ländern (&Tourists), die auch den tragischen Sinn des Lebens symbolisieren, welche den Fado ausmachen wie zum Beispiel die Versionen von Nine Inch Nails, Joy Division, Camaron de la Isla und Dalida. Im Jahr 2012 kehrt Mísia in "Senhora da Noite" zum musikalischen Erbe des traditionellen Fado zurück. Auf diesem Album, einmalig in der Geschichte des Genres, wurden die Texte ausschließlich von Frauen geschrieben - 13 Fados, 13 Frauen. Schriftstellerinnen, Dichterinnen, Fado-Sängerinnen und Sängerinnen anderer Gengres. Einige ihrer Namen: Agustina Bessa Luís, Florbela Espanca, Manuela de Freitas, Helia Correia, Amelia Muge, Lidia Jorge. Für dieses Album drehte John Turturro das Musikvideo "O Manto da Rainha"(2011), nach einem Text von Mísia.

Mísia ist eine "Charakterstimme". Sie beteiligt sich immer wieder an verschiedenen alternativen Projekten neben ihrer Karriere als Fado Sängerin. Beispiele für diese Flexibilität sind: "Die Geschichte vom Soldaten" von Strawinsky (Festival El Grec Barcelona 2008), "Die sieben Todsünden" von Kurt Weill und Bertolt Brecht (Teatro Nacional São Carlos und Münchner Prinzregententheater 2007), "Maria de Buenos Aires" von Piazzolla und E. Ferrer (Teatro Nacional São Carlos 2007 und ihre Projekte mit der Barock Mittelmeer-Gruppe Arpeggiata. Im Jahr 2013 spielte sie eine Rolle als Schauspielerin in dem Stück "The Invisible Schlachthaus" von Karin Serres. Derzeit bereitet sie ein Theater-Projekt nach einem Text von Antonio Tabucchi vor.

"Delikatessen Café Concerto" (2013) - Ein Abendessen in Zeiten der Krise. Das Menü: portugiesische Musik (unter anderem Fado do Ciúme, Cha Cha Cha em Lisboa, Só nós Dois) und auch französische und spanische Lieder. Am Tisch der neapolitanische Maestro Fabrizio Romano und besondere Gäste. Unter ihnen ist der Mexikaner Ramon Vargas, die Brasilianerin Adriana Calcanhotto, der Portugiese Paulo Furtado - Legendary Tigerman, Melech Mechaya und Dead Combo. Es gibt auch ein Duett mit Iggy Pop bei dem "Chanson d'Hélène" (aus dem Film "Die Dinge des Lebens"), aus dem ein Musikvideo entstanden ist.

Im Jahr 2014 tritt Mísia mit zwei neuen Konzerten an die Öffentlichkeit. "Tributo a Amália Rodrigues" - 4. Festival Fado Madrid. "São 3" (Caymmi, Lupicinio & Cartola) - 21. Ausgabe des Festivals Porto Alegre em Cena, Brasilien. Auf Einladung von Adriana Calcanhotto singt Mísia die Musik dieser drei brasilianischen Komponisten, die sie in die musikalische Sprache des Fado übersetzt hat, mit Begleitung von drei portugiesischen Gitarren.

Im Februar 2015 wird Mísia von der Philharmonie Bremen begleitet werden. Das Repertoire beinhaltet nicht nur Fados, sondern auch Schubert-Lieder.

Preis Renato Carossone canção
Preis Gilda cinema
Großer Preis Charles Cross
Preis Amalia Rodrigues in der Kategorie der internationalen Veröffentlichung
Offizier des Ordens für Kunst und Literatur der Französisch Republik
Vermeil-Medaille von der Stadt Paris

* "Mísia drawing tears in any language." Johanna Keller, New York Times.

Saale wo Mísia als erste Künstlerin Fado aufgeführt hat


Frankreich, Schweiz und Belgien:
Grande Cour d'Honneur du Palais des Papes, Avignon (FR) • Théâtre des Champs Elysées, Paris (FR) • Maison des Cultures du Monde, Paris (FR) • Théâtre du Châtelet, Paris (FR) • Midem, Cannes (FR) • Dranouter Festival, Dranouter (BE) • Palais des Beaux Arts, Bruxelles (BE) • Salle Flagey, Bruxelles (BE)

Deutschland und Österreich:
Philarmonie, Berlin (DE) • Tipi am Kanzleramt, Berlin (DE) • Alter Oper, Frankfurt (DE) • Musikhalle, Hambourg (DE) • Konzerhaus, Vienne (AT)

Portugal und Spanien:
Grande Auditório da Culturgest, Lisbonne (PT) • Festival de Capuchos (PT) • Teatro Nacional Maria Guerrero, Madrid (ES) • Palácio de Congressos, Madrid (ES) • Festival El Grec, Barcelone (ES)

USA und Australien:
Berkeley Performance, Boston (USA) • Cleveland Museum of Art, Cleveland (USA) • Listner Audiotorium, Washington (USA) • Ravinia Jazz Festival, Chicago (USA) • Womad Festival, Adelaide (AU)

und auch:
Teatro Gral. San Martín, Buenos Aires (AR) • Le Carré, Amsterdam (NL) etc...